Kreis schult seinen Schiedsrichter-Nachwuchs

Früh übt sich, was ein Meister werden will. Das gilt auch für junge Schiedsrichter, die in ihrer Karriere einen Schritt weiter kommen wollen. Dazu gehört manchmal auch frühes Aufstehen an einem Samstagmorgen. So wie bei Lars Streit aus Honerath, der bereits um 6.30 Uhr aus den Federn kroch, oder bei Chris Becker aus Wierschem, für den nur wenig später die Nacht zu Ende war. Sie beide und weitere sieben Jung-Referees machten sich auf den Weg nach Bad Breisig, wo der Schiedsrichterausschuss des Fußballkreises Rhein/Ahr seine besonders talentierten Nachwuchsleute in einem Tageslehrgang schulte.

Zum Programm zählten Theorie und Praxis gleichermaßen: Dem obligatorischen Regeltest folgten Tipps für das Verhalten als Schiedsrichterassistent. Natürlich gab es auch wieder die Überprüfung des körperlichen Leistungsvermögens. Und dieser Fitnesstest hat es in sich. Zehn Stadionrunden, also 4000 Meter, sind zu absolvieren. Allerdings nicht in einem lockeren Trab, sondern im ständigen Wechsel von Laufen (150 Meter) und Gehen (50 Meter), und beides in vorgeschriebenen Zeiten.
Früher mussten die Unparteiischen 3000 Meter in einer bestimmten Zeit schaffen. „Das heutige Anforderungsprofil wird den tatsächlichen körperlichen Belastungen eher gerecht. Denn beim Spiel wechseln die Aktionen ständig, einem langen Spurt über den halben Platz folgt ein leichter Trab in Strafraumnähe“, weiß Obmann Markus Wozlawek. Nachwuchsreferent Athanasios Fasoulas und Fabian Schneider, designierter Nachfolger von Lehrwart Alexander Müller, empfahlen ihren Zöglingen, solche Intervall-Übungen in ihr wöchentliches Training einzubauen. Wer den körperlichen Leistungsnachweis nicht erbringt, wird keinen Schritt weiterkommen.
Von acht gestarteten Teilnehmern – Michael Bell, der Fasoulas als Nachwuchsreferent beerben soll, musste verletzungsbedingt passen – hielten drei bis zum Schluss durch, beim schriftlichen Teil haben fünf von neun bestanden. „Mit diesen Ergebnissen kann ich nicht zufrieden sein. Da müssen einige noch an sich arbeiten, da sie sonst kaum Chancen haben, in der kommenden Saison in den Verbands-Nachwuchskader aufgenommen zu werden“, nahm Fasoulas kritisch Stellung.
Wie wird der Talentepool auf Kreisebene zusammengestellt? Hierzu Fasoulas: „Ich mache die entsprechenden Vorschläge, der Ausschuss entscheidet dann, wer genommen wird. Diesmal wurden elf Schiedsrichter eingeladen, zwei mussten im Vorfeld wegen Erkrankung oder aus Termingründen absagen. Dem Verband werden wird nur solche melden, die auch gute Perspektiven haben, sich mal in Verbandsklassen zu etablieren. Wir halten natürlich weiter die Augen offen, jeder kann in der Rückrunde noch auf sich aufmerksam machen.“

Die Teilnehmer
Chris Becker aus Wierschem (25 Jahre), Tobias Amendt aus Remagen (17 Jahre), Adrian Ax aus Oberzissen (13 Jahre), Michael Bell aus Wehr (23 Jahre), Christian Hollmann aus Mayen (18 Jahre), Alexander Huber aus Ettringen (17 Jahre), Moritz Becker aus Mertloch (18 Jahre), Lars Streit aus Honerath (17 Jahre), Tristan Bauer aus Bachem (14 Jahre). Eric Klapper aus Andernach (19 Jahre) und Sebastian Esten aus Oberzissen (17 Jahre) fehlten entschuldigt.

Fotos und Text: Hans-Josef Schneider